SALTATIO MORTIS im Interview!

Gepostet als Aktuelles,Interviews am Sonntag 11 April 2010 um 01:15

Das folgende Interview konnte ich vor dem Konzert im Dresdner Beatpol am 26.3.2010 führen. Im Gespräch waren Lasterbalk der Lästerlich (LB) sowie Samoel (SA). In knapp 20 Minuten konnte ich einige Informationen zu ihrer kommenden CD, der großen Feier in Wuppertal und auch die ein oder andere Anekdote entlocken.

DR: Fangen wir mit der Vorstellung an. Wie heißt ihr und was macht ihr in der Band?

LB: Also hier rechts neben mir sitzt der Samoel unser Gitarrist.

SA: Und der gut aussehende Herr neben mir (spontanes Gelächter im Raum)…

LB: Da gibt’s gar nichts zu lachen. Das ist völlig ernst gemeint.

SA: …Lasterbalk der wahrlich Lästerliche.

DR: 2010 steht für euch unter einem besonderen Stern – 10 Jahre Bandjubiläum. Wie würdet ihr das jetzt in möglichst wenig Worten zusammen fassen?

LB: Die letzten 10 Jahre? Einmal Wahnsinn und Zurück!

DR: …und mit mehreren Worten vielleicht?

LB: Blut, Schweiß und Tränen.

DR: Ok.

Lasterbalk bei seiner Märchenstunde

LB: Noch mehr Worte? Es waren 10 Jahre, die… man muss sich das tatsächlich so vorstellen. Die ursprünglichen Spielleute waren schon länger zusammen im gleichen Proberaum, ohne dass die Idee da war, daraus mal eine Band zu machen oder das daraus überhaupt mal eine Band werden würde. Es war letztendlich so, dass wir Trommler und Dudelsackspieler waren, die das Problem hatten, dass sie alle laute Instrumente hatten und niemand in der Nachbarschaft wollte im Ernst, dass man zusammen übt. Dann haben wir uns wirklich aus eigener Tasche einen Proberaum geleistet im Winter mit Absicht miteinander zu jammen, sich auszutauschen. Aber wie gesagt, das war eine lose Vereinigung von Strabraßenmusikern. Wir haben dann die ersten Auftritte gespielt – schon unter dem Namen „Saltatio Mortis“ und dass obwohl noch gar nicht klar war, ob wir so zusammen weiter machen wollen/können. Das hat sich dann erst im Oktober 2000 ergeben. Ich denke mal, dass wir da fast schon 12 Monate Kontakt miteinander hatten.

DR: Samoel, hast du noch etwas beizutragen?

SA: Also zur Frühgeschichte kann ich nicht wirklich viel sagen. Ich war erst während der „Asche“-Tour dazugekommen, wo die Band sich ja schon zu einer wirklichen Rockband entwickelt hatte. Was das Instrument angeht – ich bin jetzt nicht so einer von den Dudelsackterroristen, deswegen enthalte ich mich da mal.

DR: Ok dann vielleicht mal ganz zu den Anfängen. Da frage ich jetzt mal dich (Lasterbalk): Wie kommt man dazu eine Schalmei, Dudelsack und diese schon wirklich „exotischen“ Instrumente zu erlernen?

LB: Da hat sicher jeder so seine eigene Geschichte. Bei Mümmelstein und mir war es so, dass wir schon sehr sehr lange Bezug zur Mittelalterszene hatten. Wir waren als Schaukämpfer unterwegs und hatten viele Jahre lang schlechte Erfahrungen mit professionellen Mittelalter-Musikern gemacht, die zum Beispiel mal einfach keine Lust hatten bei uns aufzuspielen oder mal eine Party zu begleiten. Aus der Not wurde dann eine Tugend und wir haben gesagt, dann machen wir es eben selber.
Das war so der Anfang. Der Mümmelstein war schon lange Zeit Dudelsack- und Drehleier interessiert, hat verschiedene Spielkurse und so weiter besucht und mitgemacht. Der dritte im Bunde war der Ungemach, der heute ja nicht mehr dabei ist. Die Beiden haben mich irgendwann genötigt zu trommeln, weil sie wussten, dass ich mal ganz ganz früher in grauer Vorzeit in einer Schülerband Schlagzeug gespielt hatte. Dann hat der Mümmelstein auf einer türkischen Hochzeit einem bekannten seiner Mutter eine alte Davul abgeschwatzt. Die habe ich dann als erstes Instrument bekommen. So begann das dann. Da ist man mehr reingeschlittert als geplant, um es vorsichtig zu formulieren. Und endgültig geködert haben sie mich bei Straßenmusik auf dem Mittelaltermarkt, wo wir laut und sehr falsch gespielt haben und dafür immer mehr Glühwein bekommen haben, was immer lautere und falschere Töne nach sich zog. Den Leuten hats gefallen. Die waren ja genauso betrunken wie wir. Dann haben wir den Stand so ziemlich leer getrunken gehabt. Das war auf dem Speyrer Weihnachtsmark und irgendwie dacht ich mir – ja das macht ja Spaß. Also nächsten Morgen dachte ich das nicht mehr …

DR: Ich denke da hat jeder seine eigenen Erfahrungen. Die Faszination Mittelalter – was genau macht es für euch aus? Was ist da der Kick den man kriegt, also das Besondere?

LB: Ich bin fast 20 Jahre mittelalterlich unterwegs. Die Faszination, die mich früher als Jugendlicher erwischt hat, ist heute noch die gleiche. Wenn es Nacht wird über dem Mittelaltermarkt und die Feuer angehen, die kleinen Flämmchen an den Ständen. Wenn dann zum Schein von Fackeln Dudelsack gespielt wird und es einen archaischen Charakter bekommt das Ganze – das finde ich unbeschreiblich. Das hat tatsächlich was vom wilden, schönen, urigen Leben. Das gefällt mir sehr. Ich glaube das ist tatsächlich immer noch der Moment, der mich auch heute noch killt.

Samoel (links)

DR: Ihr habt die Bandbreite von wirklich puristischer Mittelaltermusik bis hin zum Rock, teilweise schon Metal-Anleihen. Wie würdet ihr eure Musik darstellen. Angenommen ihr würdet ein Bild malen, dass eure Musikart darstellt, was würde man da sehen?

LB: Naja, vielleicht zwei Spielleute, zwei Antworten. Ich würde natürlich sagen das Label, was man ganz groß drüber schreiben kann ist „Mittelalter-Rock“. Für mich ist allerdings noch gar nicht mal die genaue Ausprägung der Musik oder irgendwelchen journalistischen Kategorien in irgendeiner Form relevant. Für mich zählt tatsächlich, dass die Menschen hinter Saltatio, die Spielmannstugenden sozusagen aufrecht erhalten. Das geht los vom Geschichten erzählen, vom Reisen, vom unmittelbarem Konzert spielen und damit einher gehend die Besichäftigung mit alter Musik, alten Strukturen, alten Melodien, Texten – aber auch eine Transition in die Moderne: moderne Sprache, moderne Märchen, moderne Geschichten, moderne Instrumente, moderne Musik. Da ist der Ball aber geil rüber gespielt zu dir.

SA: Ja klar, also ich finde man kann dieses Saltatio Mortis an sich, was da zusammen kommt nicht wirklich in einem Bild darstellen. Man kann es probieren, aber es ist auf der einen Seite irgendwie moderne Rockschiene, auf der anderen Seite die Mittelaltermärkte mit den Akustik-Shows. Was aber auf jeden Fall stimmt ist, dass die Leute, die dahinter stehen, die gleichen sind, die in beiden Programmen den gleichen Ehrgeiz zeigen, die gleichen Ziele erreichen wollen und das ist einfach, was wirklich dahinter steckt und die beiden Szenen sozusagen zusammenführt.

DR: Vielen Dank für die Überleitung zur nächsten Frage und zwar geht es genau um die Trennung von den Rock- und Akustikshows. Was sind für euch die Besonderheiten bei dem Einen und dem Anderen. Macht ihr das einfach zur Abwechslung oder weil ihr eure Wurzeln weiterhin vertreten wollt?

SA: Ja also ich glaube der Hauptgrund ist einfach, dass wir die Wurzeln der Band in den Akustikshows sehen und den Mittelaltermärkten. Das ist auch für mich als neueres Mitglied unheimlich Spaß macht da zu spielen. Das war für mich völlig neu. Ich bin zum Mittelaltermarkt gekommen wie die Jungfrau zum Kind – eigentlich über die Rockschiene…

LB: Von Jungfrauen und Kindern versteht er was“

SA: …ehm lassen wir das Thema.

LB: …vom älteren Frauen und Kindern! Nicht rausbringen lassen, das machst du super.

SA: Du kannst es einfach nicht lassen. Ja, es hieß eben damals Saltatio Mortis gibt es nur im Gesamtpaket, was ich jetzt mittlerweile auch verstehe (lachen). Man kann einfach dieses Gefühl, was man versucht auf der Rockbühne rüberzubringen nicht nachvollziehen, wenn man nicht auf dem Mittelaltermarkt mal auf der Taverne hängt und nach dem ein oder anderen Met auf die Bühne stürmt und einfach mal das macht, was Spaß macht und was auch jeden bewegt, der da um die Scheiterhaufen tanzt und dazu singt.

DR: Bei euren Live-Shows, auch bei den Rockshows da habt ihr immer sehr oft kleine Sticheleien und auch Spielmanns- und Showelemente dabei. Sprecht ihr euch da vorher ab, was ihr da sagt oder ist das alles wirklich spontan?

LB: Erstens, die haben wir nicht nur auf den Rockshows.

DR: …ich habe ja gesagt „auch“…

LB: Wenn wir mittelalterlich unterwegs sind, sind die noch ein ganzen Bisschen ausgeprägter. Wir sind tatsächlich Stand-Up Comedian und ich hab persönlich auch den Ehrgeiz in meinen Märchenstunden tatsächlich nicht das gleiche Märchen zwei Mal zu erzählen. Das ist alles instand, das ist alles spontan. Es gab mal einen legendären Versuch unlängst, wo der Herr Samoel – ich geh jetzt nicht genau auf die Situation ein – zu mir kam vor der Show und mich bat eine kleine besondere Anekdote heute vielleicht nicht durch den Kakao zu ziehen, wo ich natürlich gleich gesagt hab „Ja mach ich“. Tatsächlich auf der Bühne hörte ich mich dann reden und dachte so „Uhh“ (lacht) „Wie komme ich jetzt da wieder raus“ und dann dachte ich mir „Lieber einen Freund verlieren als eine Pointe“. Er war ja auch fast gar nicht sauer hinterher.

SA: Wobei man ja sagen muss, das sind alles nur Märchen! (wieder einmal lachen in der Runde)! An dem Abend hab ich dann auch verstanden woher sein Name kommt.

DR: Ich bin auf heut Abend gespannt.

LB: Oh ja darfst du! Wir haben ja heute wieder großartige Dinge erlebt.

DR: Wenn wir einmal dabei sind. Was war in den letzten Jahren das witzigste/kurioseste was ihr so hattet?

LB: (grübelt) ach du grüne Neune… das witzigste, kurioseste…

SA: Für mich war eins der lustigsten, obwohl eigentlich auch tragisch, dass mir letztens bei einer Show auf dem ersten Takt von „Salz der Erde“ eine Saite gerissen ist und ich dann im Solo-Spot stand ohne Gitarre, aber so Sachen passieren viele. Da muss man sich glaub ich erst hinsetzen und zusammentragen, um da irgendwie eine Top 10 oder Top 3 Liste zu erstellen.

LB: Das kann ich spontan jetzt nicht beantworten, weil einfach jeder Auftritt so anders ist. Also ich hab einen Auftritt im Kopf, der ist jetzt schon sehr viele Jahre her, also in der Urbesetzung. Den werd ich in der Tat nie vergessen. Das war das erste Mal in Bad Schussenried, der Abschluss der mittelalterlichen Spectaculum-Reihe. Man sagt mir ja nach ein loses Mundwerk zu haben und ich hatte bereits bei unserem ersten Nachmittagsauftritt – das war um zwei Uhr oder sowas – alle Wirte des kompletten Spectaculums herausgefordert, dass sie es sowieso nicht schaffen würden uns so abzufüllen, dass wir nicht mehr spielen können. Dieser Federhandschuh wurde begeistert aufgenommen. Dann kamen auch nach jedem Song irgendwelche Schankwirtbetreiber mit Tabletten auf die Bühne und haben uns großzügig Schnaps, Bier und alles Mögliche eigentlich gebracht. Dann sind wir gut beschwingt von unserem wohlgemerkt ersten Nachmittagsauftritt von der Bühne als ich dann meine Jungs einsammelte und sagte „Kommt Leute und nehmt die Instrumente mit, wir machen jetzt einen Raubzug über den Markt!“. Dann haben wir die ganzen Wirte besucht und haben im Sekundentakt irgendwelche Mittelalter-Lieder vor ihren Tavernen so lange gespielt bis wir nochmal was zu trinken bekommen haben und haben dann sowieso immer mit erklärt, dass wir mit einem Messer im Rücken nicht sterben und sie sich schön warm anziehen müssen. Der zweite Tagauftritt war dann … kritisch und da haben sie es auch sehr ernst gemeint die Wirte. An den dritten Tagauftritt erinnere ich mich gottseidank nicht mehr so. Mir wurde nur berichtet, dass der Sören unser Backliner so gelb-schwarzes Absperrband um die Bühne angebracht hat, sodass wir nicht runterfallen, was mir passiert ist und der Dorn, ein Dudelsackspieler der nicht mehr dabei ist, sein Dudelsack über die Schulter warf mit so viel Schwung und als er dann spielen wollte, war da kein Dudelsack mehr. Das war sehr – sehr wild! Das endete dann irgendwie in diesem Kloster, in dem das stattgefunden hat. Wir waren abends noch in der Klosterschänke und da breiten wir dann besser den Mantel des Schweigens drüber. Das war schon glaub ich… das war sehr wild. Das ist schon viele Jahre her. Inzwischen sind wir alt, gesetzt und weise – da passiert uns das nicht mehr.

DR: Ok – kommen wir nun zu dem, was noch ansteht. Ende April erscheint Manufactum II , am 30. Was wird uns bei eurer zweiten Akustik-Livescheibe erwarten?

SA: Das ist ein Live-Mitschnitt vom mittelalterlichen Phantasie Spectaculum in Telgte, genauer vom Nachtkonzert. Wir hatten da das Glück vor mehreren tausend, also 7 bis 8 Tausend, zu spielen und unser Liveprogramm von 2009 aufzunehmen. Es war eine unglaubliche Stimmung und auch wenn wir da keine CD aufgenommen hätten – es ist einfach der Markt, der uns als der stimmungsreichste und größte und beste in Erinnerung geblieben wär.

LB: Ja was erwartet uns – letztendlich sind wir die 5 Jahre nach der Manufactum I nicht still gestanden, ganz im Gegenteil. Wir haben nicht nur unser modernes Gesicht weiterentwickelt, sondern wir haben trotzdem immer 20 bis 40, manchmal auch mehr, Mittelaltershows gespielt. Da bleibt es natürlich nicht aus, dass eine Menge neues Liedgut entsteht. Wir haben ja auch Akustikversionen von Rockstücken auf den Mittelalterbühnen gebracht. Letztendlich stellten wir irgendwann fest, dass so oft gefragt wurde „Ja wo finde ich das Lied mit dem französischen Piraten“, „ Gibt’s die Prometheus unplugged irgendwo auf CD?“, „Wann macht ihr das denn mal?“. Dann im Hochsommer auf irgendeinem Markt, wo jeder hinter den Merchandise-Stand kam sagte „Ich würde das jetzt gern auf CD haben. Dann nehmen wir es halt auf und das sind dann die Momente, die unsere Crew und unsere technischen Betreuer besonders lieben, wenn wir mit Alkohol in ziemliche Laune kommen und sagen „Wir wollen in 3 Wochen in Telgte übrigends eine CD aufnehmen“. So ähnlich war es letztes Mal auch schon. Dann wird einem immer relativ schnell erklärt was nicht geht. Dann sagen wir „Wir machen es trotzdem!“ und es klappt ja auch immer. Ich denk die Manufactum II ist eine wundervolle Weiterentwicklung von der ersten. Sie zeigt die Band genau mit Dem, was wir letztes Jahr an Stand auf den Akustikbühnen hatten. Jeder der ein Akustikkonzert von uns schon mal gesehen hat und Spaß dran hat, wird die Platte lieben!

DR: Dann habt ihr am 15. Oktober euer nächstes großes Special anstehen. Da nehmt ihr eure erste DVD auf mit einigen Gastmusikern, wie man eurer Webseite entnehmen kann. Welche Bonbons werden da die Zuschauer erwarten?

LB: Also zu dem hochkarätig besetztem Gastprogramm kann ich noch nicht viel sagen. Das müssen wir noch ein bisschen abwarten bis dann alle Bestätigungen da sind. Man möchte da jetzt nicht Werbung machen, aber die mündlichen Zusagen, die wir haben, freuen uns sehr. Wir werden eine große Show vor wundervoller Kulisse spielen. Die historische Stadthalle in Wuppertal ist einfach eine Augenweide. Das ist optisch wunder wundervoll und wunderschön da drinnen. Unsere Lichttechniker legen sich da seit einem halben Jahr schon ins Zeug, damit das auch alles wunderschön leuchtet und blinkt. Wir werden eine tolle Bühnenshow haben. Wir werden musikalisch einen Streifzug machen durch die letzten 10 Jahre Saltatio. Da wir wahrscheinlich komplett die beiden Welten nicht auf eine Bühne bekommen werden, haben wir uns entschlossen als besonderes Schmankerl eine Aftershow-Party zu machen, die leider schon ausverkauft ist, um dort noch einmal zu den Wurzeln zurückzureisen und akustisch zu spielen. Selbstverständlich werden wir alles aufnehmen und es wird auf DVD erhältlich sein. Dann haben wir schon einen ganz dicken Abend.

DR: Zur DVD: wir da „nur“ das Konzert drauf sein oder packt ihr noch ein paar „Behind the Scenes“-Filmchen dazu?

LB: Auf der „Wer Wind sät“ hat sich schon angedeutet, dass wir sehr viel Spaß haben. Wer unsere Podcasts verfolgt, weiß dass wir mit den Kameras umgehen wollen und können. Wir werden eine ganze Menge Zusatzgeschichten zu dieser DVD natürlich machen. Da ist schon eine ganze Menge in Planung – sogar einiges schon in Vorbereitung. Natürlich wird der Hauptpunkt des Events der große Konzertabend sein. Das ist auch das eigentlich Wichtige. Mit der Plattenfirma sind wir im Moment so weit, dass wir auch verschiedene Editionen anbieten wollen. Also wird es auch für die, die nur das Konzert wollen, genauso etwas geben. Wer Spaß an den ganzen anderen Blödsinn hat, den wir sonst so verzapfen, der kann das Ganze dann auch in dickerer Version haben.

DR: Wo wir jetzt schon einmal bei den Podcasts waren: ihr habt zahlreiche Videotagebücher geführt von Tourneen und CD-Produktion. Ihr seid bei MySpace, Facebook, Twitter und Co vertreten. Welche Rolle spielt das Internet heutzutage für euch oder für Bands allgemein?

LB: Für Bands allgemein kann ich das nicht beantworten. Für uns spielt es eine sehr sehr große Rolle. Letztendlich ist es mit dem Internet und der zunehmenden Verbreitung möglich, dass wir ganz speziell mit den Leuten sprechen, die uns mögen. Sind wir ehrlich, das ganze Mittelalter ist Hype hin, Hype her immer noch ein Subgenre. Das ist ein ganz ganz kleines Grüppchen von Wahnsinnigen, die da Spaß dran haben. Wir sind ganz weit entfernt von Silbermond und Co, die von der Musikindustrie auch ganze einfach anders angepackt werden. Wir hingegen sind in der Lage uns damit auseinandersetzen zu müssen, dass die Leute eben weit verstreut leben und man nicht so ohne Weiteres jeden so einfach erreicht. Das Internet hat genau da eine Brücke gebaut. Nachdem wir das erkannt haben, haben wir das auch genutzt.

SA: Wir nutzen das auch sehr intensiv seit einiger Zeit und sind eigentlich auf allen großen Plattformen vertreten. Da gibt’s auch alle Informationen, die es auf unserer Homepage gibt.

LB: Was auch ganz spannend ist, ist unsere Homepage. Da haben wir auch ganz bewusst zum Mitmachen eingeladen. Das heißt, wir haben da so einen inneren Kreis und ein Special zur Manufactum II was gerade hoffentlich hochgeladen wird. Wir wollen einfach, dass alle Leute, die uns mögen, die die Szene mögen sich mit uns und unserer Homepage vernetzen können. Das ist uns wichtig.

DR: Zum Abschluss: was sind eure musikalischen Wünsche und Träume, die ihr euch unbedingt noch erfüllen wollt?

SA: Letzten Endes wollen wir den Weg einfach weitergehen, den wir jetzt gegangen sind. So wie die Band momentan funktioniert und nach vorne prescht, macht es einfach einen riesen Spaß. Wir sind einfach dabei einen Traum zu verwirklichen.

LB: Ich kann für mich sagen, ich lebe meinen Traum im Moment. Das ist großartig, was will man mehr? Wenn ich jetzt die Augen schließe und sage, ach Gott das Größtmöglichste neben dem Traum, den ich ohnehin schon leben darf, wäre tatsächlich eine Welttournee. Das Ganze in Asien, Afrika, vielleicht Amerika – das wären schon Dinge die ich gern machen würde.

DR: Gibt es da schon Fälle, wo sich Leute aus Übersee melden aus Ländern wo ihr denkt „Mensch soweit sind wir schon bekannt“ ?

LB: Ja klar, das gibt es sogar gar nicht wenig. Das Problem ist ein zeitliches. Also ein Blick in unseren Tourkalender offenbart ja, dass wir sehr viel unterwegs sind. Wenn man da parallel Platten schreiben möchte, die unserem eigenen Anspruch genügen, dann solche Feiern wie Wuppertal macht, was wir auch selbst veranstalten, dann bleibt dann irgendwann auch nicht mehr so viel Zeit. Das ist die eine Schwierigkeit. Wir sind im Moment ganz massiv in Moskau an einer Show, aber es ist einfach super schwierig das zu timen. Das zweite Problem ist einfach ein technisches und ein Anspruchsproblem. Wir legen sehr viel Wert auf unsere Lichttechnik und auch auf unsere Bühnentechnik. Letztendlich ist unsere Band gar nicht so technisch unanspruchslos wie man das vielleicht denken möchte – paar Dudelsäcke und dann wird das schon. Das muss man dann im Ausland besonders sehr genau planen, damit das ganz genau funktioniert.

DR: Bevor uns das aufziehende Gewitter wegfegt möchte ich mich für das Interview ganz herzlich bedanken!

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1 Kommentar »

  1. Kommentar by Panzermensch — 11. April 2010 @ 20:11

    Super Interview Lausi…man merkt, das ihr Spass hattet…

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