Oire Mutter – Muttertag (Review)

Seit 2008 gibt es die Band OIRE MUTTER nun schon und jetzt haben sie ihren ersten Silberling mit dem Titel “Muttertag” veröffentlicht. Ein Bandname, bei dem man Oi-Sound erwartet, trifft auf einen Albumtitel, den man von einer Funpunk-Band erwarten würde.
Also mal schauen was sich dahinter verbirgt. Nach einem knapp 58-sekündigem Intro eröffnet “Antisocial” das Werk. Was ich da zu hören bekomme erinnert irgendwie an einen Mix aus Willy Wuchers Pöbel & Gesocks und einer Spur Atemnot, aber insgesamt ein sehr eigenständiger Sound, der zu überzeugen weiß. Der Gesang von Sänger Chris wird hier und da durch Backgroundsängerin Cora unterstützt, was für das Oi-Genre fast schon exotisch ist. Der Song an sich beschreibt eben das, wie sein Name ist, aber irgendwie vermittelt der Gesang hier und da ein ironisches Augenzwinkern.
“Kämpf dich frei” ist dahingegen eine etwas kompromisslosere Rocknummer, die mit der TV-Landschaft abrechnet. “Geschichten aus der Kurve” richtet klare Worte an Faschos, welche versuchen die Fanszene in den Fußballstadien zu unterwanden. Gleichzeitig wird das Wort Faschos gegen die Polizisten gerichtet – viel typischer Punk geht eigentlich nicht mehr. Textlich ist der ganze Song recht simpel gehalten, aber die Message ist mehr als klar.
Der Song “Oire Mutter” ist der erste Song, bei dem ich sagen würde: sowas erwarte ich bei einer Band mit Oi im Namen. Soundtechnisch auch recht Oi-typisch, ist das Lied eine Art Bandhymne, die auch der Opener hätte sein können. Ironie treffen klare Worte – der Song ist schon ein hartnäckiger Ohrwurm. “Skinhead Rock’n Roll” gibt, was der Titel verspricht: eine Hymne auf die Skinhead-Szene mit einer klaren Distanzierung zu den rechten Bonehad-Spinnern und einer Vermittlung des Unity-Gedanken zur Punkszene. “Boneheads hört mal zu mit Oi oi habt ihr nichts zu tun!” – eine Botschaft, die ich an dieser Stelle im Namen der ganzen Redaktion mal dick unterstreichen möchte.
“Ungebrochen” ist nun etwas punkiger und erinnert irgendwie sehr an Pöbel & Gesocks. Sprechgesang in den Strophen und ein saufhymnischer (harhar, neue Worterfindung) Gesang im Refrain, wieder mit Unterstützung von Cora. “Freunde im Geiste…” unterstreicht nochmal in einem extrem rockigen Sound den Oi-Gedanken. Die Gemeinsamkeiten von Skins und Punks werden dabei hevorgehoben.
Insgesamt bietet die Scheibe einen überraschend frischen Sound, der eigenständiger kaum sein kann. Hier und da zwar einige Anleihen bei anderen bekannten Bands, aber die werden geschickt ins eigene Soundmuster eingebracht und so wirkt einfach alles geschlossen. Textlich liegen Ironie und Ernst teilweise eng beieinander und was besonders mir auffällt: bei den Skinhead/Oi-Songs unterliegen sie nicht der Versuchung gewisse Phrasen zu dreschen, die man schon zu genüge gehört hat.
Tracklist:
1. Muttertag (intro)
2. Anti-Social
3. Kämpf dich frei!
4. Geschichten aus der Kurve
5. Mutti kommt
6. Skinhead Rock..n Roll
7. Ungebrochen
8. Freunde im Geiste,…
Bringt euer Leergut zur Pfandannahme und bestellt euch die CD am besten gleich bei der Band für lasche 5€, die es allemal wert sind.







