Froximun
Das Magdeburger Label Bandworm ist seit seiner Gründung 1995 zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt der Szene geworden. Bands wie Perkele, Berliner Weisse, Kärbholz oder Rotz & Wasser sind dort unter Vertrag und haben am Osterwochenende 2 Magdeburger Locations zum Kochen gebracht (ganz besonders das Blowup). Das Sommerwetter lud zu einem kleinen Stadtspaziergang inklusive Vorglühen ein. Seit dem frühen Samstag Nachmittag zog es dann immer mehr Menschen vor die Froximun Arena. Der ganze Vorplatz war voller Punks, Skins und Rocker. Die Musik dröhnte aus allen Richtungen und das Bier floss in Strömen. Der ein oder andere Pfandsammler dürfte den ein oder anderen guten Euro verdient haben.
Doch nun zum geschehen in der Halle. Zu unserer Entschuldigung sei gesagt, dass wir relativ spät reinkamen, da wir erstens auf die Rotz & Wasser Jungs warten mussten und der Einlass war für den Ansturm leider relativ ungünstig organisiert – aber das lässt sich sicher 2010 noch verbessern.
Obwohl mit Arglistige Toischung eine relativ unbekannte Band spielte, war die Halle schon gut gefüllt. Das lag wohl auch daran dass viele noch am Einlass anstanden und sicher wollten viele sich gute Plätze für Perkele sichern. Die musikalische Qualität und das sichere Auftreten der Band sorgte schon für eine aufkommende Partylaune. Aber die meisten Zuschauer sparten sich ihre Energiereserven für später noch auf.
Während Ski King die Umbaupausen mit seinen Cover-Versionen von Elvis, Johnny Cash und andern Größen der Rockszene überbrückte, fiel schon die erste Planänderung auf. Eigentlich sollten Lousy spielen, aber aufgrung von Autoproblemen bauten die Jungs von Berliner Weisse auf. Das blieb natürlich nicht unbemerkt und wie von einer Sekunde auf die andere wurde es in den vorderen Reihen immer voller, die Halle war fast ganz gefüllt und die ersten Schlachtrufe gingen Richtung Bühne als Ski King sein Set beendete. Die Stimmung war am Kochen.
Die Berliner schmetterten mit “Viva BW” direkt einen neuen Song in die Menge, aber es feierte fast jeder mit. Eine unglaubliche Stimmung kam auf und die Securities im Graben stand schon der Schweiß auf der Stirn, da sich das Geländer immer weiter nach vorne biegte. Mit viel Spielwitz und den üblichen Verdächtigen wie “Schlüpfer”, “Haltet die Welt an” und Co bekam man schon einen Vorgeschmack darauf, was bei dem Headliner des Abends noch möglich ist. Die Jungs von Berliner Weisse dürften mit dem Gig mehr als zufrieden gewesen sein, die Fans waren es.
Ski King machte wieder den Pausenclown als Lousy nun doch noch ankamen und sich für den Auftritt fertig machten. Bei ihrem Mix aus Punk und Oldschool Oi wollte aber der Funke nicht so recht überspringen.
Lag es daran, dass die Fans platt waren nach dem BW-Gig oder wollten sie sich für Perkele einfach nur ausruhen? Den Jungs auf der Bühne kümmerte es kaum und sie zogen ihr Set professionell durch.
Nachdem Ski King für die Schusterjungs den Pausenclown spielte, begannen auch sie ihr Set. Die Stimmungskurve ging plötzlich steil aufwärts und die Gassenhauer der Oi-Band wurden sehr gut aufgenommen. Das heißt natürlich Pogo, Bier und Sorgenfalten auf den Stirn der Securities angesichts der Absperrung die immer weite Richtung Bühne wanderte. Den Fans war es egal und so wurden dann schließlich auch die Schusterjungs mit einer genialen Stimmung gefeiert.
Bei der vorletzten Umbaupause, die Ski King überbrücken durfte, verlies nun kaum einer noch seinen Platz, denn der Headliner des Abends machte sich bereit. Perkele gaben ihren einzigen Deutschlandauftritt 2009 und das wollten sich die Fans dieser Kultband keinesfalls entgehen lassen. Der Beginn verzögerte sich jedoch, da man die Absperrungen vorne noch verstärken musste, da sie dem Ansturm, der jetzt kommen würde, niemals standhalten würden. Vom ersten Takt an gingen die Zuschauer steil ab. Es gab einfach kein Halten mehr und vor allem bei den großen Krachern wie “A Song for You”, “Working Class” und “Yellow & Blue” ging die ganze Meute mit. So war es dann auch klar, dass die Schweden hier ohne Zugabe nicht davonkommen würden. So knallten sie noch “Trendy Wankers” und “Heart full of Pride” in die Massen, die restlos mit dem Auftritt zufrieden waren.
Ski King trat zum letzten Male noch einmal auf die Bretter um den Aufbau für Grober Knüppel zu überbrücken. Die Jungs hatten für eine Band direkt nach dem Hauptact die sogenannte Arschkarte gezogen, denn die meisten Fans hatten die Halle schon verlassen. Sie ließen sich jedoch davon keinesfalls verunsichern und schmetterten ihre Hardcore-Kracher in die übrige Meute und zogen ihren Gig professionell und hart wie üblich durch. Nach diesem musikalischen Arschtritt endete ein super Partyabend.








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